Sonntag, 23. Januar 2011

Das Kinderzimmer.

Erster Besuch der Hebamme.

In Deutschland mag es ganz normal sein, dass die Hebamme in den Wochen nach der Geburt nach Hause kommt zur Kontrolle, aber in Finnland ist das eine ganz neue Sache. Stolz erklärte man uns, dass unsere Hebamme vom Neuvola (Vorsorge) zwei Wochen nach Jonnes Geburt zu uns kommen würde, um zu gucken, wie alles läuft.

Am 17.04.2010 war es dann soweit. Sie kündigten sich für 10 Uhr an und während ich Jonne gerade fertig gestillt hatte, klingelte es an der Tür. Wir sprachen über die Geburt, wie der Dammschnitt bisher verheilt war und wie es mit dem Stillen klappte. Danach wurde ich dann abgetastet, wie sich die Gebärmutter bisher zurückgezogen hatte und danach ging es Jonne an den Kragen ;)

Jonne war nicht unruhig, hatte keine Bauchkrämpfe, aber die Hebamme zeigte uns ein paar Tricks, für den Fall der Fälle. Und prompt endlud sich der Darminhalt auf die Wickelunterlage ;) Schnell weggewischt und dann testete sie die Reflexe. Alles wunderbar. :)
Als er gewogen wurde, machte er direkt noch mal ins Tuch, aber die Hebamme nahm es mit Humor.
Jonne wog inzwischen schon 4280Gramm :) 400Gramm in 2 Wochen zugenommen, nicht schlecht. Ich fühlte mich richtig stolz, da er ja nur meine Muttermilch bekommen hatte, seit er zu Hause war. Sein Entlassungsgewicht war 3.9KG am 11.04.2010.

Als ich ihn wieder anzog, fragte mich die Hebamme, ob ich schon viel Erfahrung mit Babys hatte, denn man sah es, dass ich genau wusste, was ich mache. Das Lob ging runter wie Öl ;)
Auch, als ich Jonne nach der ganzen Prozedur wieder stillte, lobte sie mich auch, dass ich erstmal quasi die Milch runterstreiche und, dass Jonne sehr gut trinkt.
Sie gab uns dann auch die Termine für meine Untersuchung bei der Gynäkologin und Jonnes ersten Termin beim Neuvola. Dann besprach sie mit uns noch die Vitamin D Tropfen und kurze Zeit darauf war sie auch schon wieder weg.

Es war doch recht schön nicht schon so früh mit Jonne zum Neuvola gehen zu müssen, aber in Finnland so einen Terz um einen einzigen Besuch zu machen? Wenn sie meinen ... ;)

Wir sind eine Familie.

Und plötzlich waren wir zu dritt zu Hause. Überall lagen Spucktücher herum, die Schnuller lagen auf Tischen, Regalen und Stühlen und die Neugeborenenwindeln flogen nur so vom Regal.
Wir hatten vom ersten Tag an eine gute Absprache gehabt, wie wir die Nachtschichten händeln wollten.
Da Joonas die erste Woche frei hatte, blieb er bis zwei - drei Uhr in der Nacht wach, sodass ich in Ruhe schlafen konnte. Ich stillte Jonne gegen 21 - 22 Uhr das letzte Mal und fast immer wachte erst gegen zwei Uhr auf zum nächsten Essen.
Gegen zwei - drei Uhr ging Joonas dann schlafen und ich legte mich zu Jonne. Wir hatten zwar ein Babybett, ABER im Grunde genommen schlief Jonne in den ersten vier Wochen zu Hause in einer Box:




Diese Box bekommt man von Kela, wenn man sich für das "Mutterschaftspaket" entscheidet :) Und es ist schon fast Tradition, dass die Babys in den ersten Wochen in dieser Box schlafen. Jonne war erst am 11.05.2010 das erste Mal für die Nacht in seinem Bett:







Aber zurück zum Titel. Wir sind eine Familie. Nach den Monaten des Wartens sind wir zu dritt. Dieser Stolz mit dem Kinderwagen durch den Wald oder die Stadt zu gehen und zu denken "Das ist mein Baby in dem Kinderwagen!" Auch Joonas war sichtlich stolz, wenn wir mit dem Kleinen spazieren gingen. Er wickelte den Kleinen wunderbar. Und er hielt ihn stundenlang auf dem Arm.
Eher unbewusst haben wir "attachment parenting" betrieben, was heißt, dass fast rund um die Uhr Körperkontakt besteht. Tagsüber hat Jonne entweder auf Joonas oder meinen Arm oder dem Bauch geschlafen. Selten legten wir ihn aufs Sofa zum Schlafen oder in die Box am Tag. Auch nachts legte Joonas unser Baby erst in die Box, wenn er fest schlief.
Ende April kaufte ich auch eine Manduca, um den Kleinen tragen zu können. Wunderschön beim Spaziergang ihm Küsse auf den Kopf setzen zu können. :)