Wir waren am 02.04.2010 um genau 8Uhr auf Station 11. Es wurde gerade Frühstück serviert und es dauerte, bis eine der Hebammen auf uns zukam. Sie besprach mit uns, wie alles ablaufen würde und Joonas nahm den Bus nach Hause, da es ja keine Besuchszeit war.
Ich wurde aufs Zimmer gebracht (dieses mal mit nur zwei Betten und noch keiner Bettnachbarin), konnte meine Sachen auspacken und mich umziehen. Diese hässlichen Krankenhausklamotten werde ich nie vergessen ...
Nachdem man mir die Station gezeigt hatte (ich war zwar Mitte März dort schon für eine Nacht, aber da hatte man mir nichts gezeigt), wurde ein CTG geschrieben. Danach bekam ich die erste Tablette Oxycotin. Eine halbe Stunde danach ein weiteres CTG. Ich konnte frei herumlaufen und tat dies direkt vor der Geburtsstation, da es dort am ruhigsten war. Ich hörte Musik, ging bestimmt fast zwei Kilometer hin und her und ging dann zurück auf die Station, da es Zeit für das nächste CTG war. Ich hatte keine Wehen gehabt bisher. Also bekam ich die zweite Tablette. Und es tat sich was. Ich spürte ganz leichte Wehen und auch das CTG 30 Minuten später zeichnete sie auf. Oh, es gab mir Hoffnung. Als Joonas dann zur Besuchszeit kam, gingen wir sofort wieder durchs Krankenhaus. Treppen hoch, Treppen runter, nach draußen, durch die leeren Gänge, überallhin. Ein paar Mal musste ich anhalten, weil ich eine Wehe hatte. Ich hatte wirklich Hoffnung, aber als Joonas wieder weg war und ich auf Station, war es Zeit für CTG Nummer fünf an diesem Tag. Die Wehen waren noch aufgezeichnet und die Hebamme entschied sich mir KEINE dritte Tablette zu geben.
Ich weiß heute, dass die Tablette die Wehen in Gang gebracht hätte, aber ich weiß auch, dass ich noch nicht bereit war loszulassen. Ich war mental nicht drauf vorbereitet und obwohl ich mich tierisch am Telefon mit meiner Mutter und Miri aufregte, bin ich jetzt dankbar, dass es so gekommen ist.
Die Nacht über schlief ich tief und fest, da ich von der Krankenschwester eine Schlaftablette bekommen hatte. Am Morgen wurde ich von einer Krankenschwester geweckt, die den Blutdruck überprüfte und mir sagte, dass bald wieder CTG geschrieben wird. Ich nutzte die Zeit für eine Dusche und dann hieß es warten. Im Fernsehen lief absolut nichts, daher las ich dann Spiegel. Als das CTG endlich geschrieben wurde, schlief ich fast dabei wieder ein. Gegen elf hieß es dann, dass ich bald die Ärztin sehen würde, damit wir beratschlagen konnten, wie es mit der Einleitung weitergehen würde.
Da es nun Samstag war, war bereits um 13 Uhr Besuchszeit. Ich hatte noch immer keinen Arzt gesehen und wollte gerade zu Joonas, der vor der Station wartete, als die Hebamme mich aufhielt und sagte, dass ich in 10 Minuten zur Ärztin kann. Ich sagte Joonas Bescheid und wartete dann.
Die Ärztin sagte mir, dass ich nach Hause könnte und wir warten, bis die Wehen natürlich kamen, aber ich sagte ziemlich bestimmt, dass ich das Krankenhaus nicht ohne Baby verlassen würde! Anscheinend wollte sie so etwas hören, da sie mich wieder untersuchte und sagte, dass ich zwar noch bei 2,5cm war, aber sie die Fruchtblase öffnen will, da dies vielleicht die Wehen auslösen kann.
Ich war erleichtert und holte Joonas auf die Station, wo ich es ihm sagte und dann rief ich direkt meine Eltern an. Meine Mutter wünschte mir viel Glück, genau wie mein Papa.
Irgendeine Hebamme sagte mir dann, dass sie mich bald holen würde für die Vorbereitung (Umziehen, Einlauf) und dann ging es, sobald ein Bett frei war, in den Kreißsaal.
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