Samstag, 29. Januar 2011
Sonntag, 23. Januar 2011
Erster Besuch der Hebamme.
In Deutschland mag es ganz normal sein, dass die Hebamme in den Wochen nach der Geburt nach Hause kommt zur Kontrolle, aber in Finnland ist das eine ganz neue Sache. Stolz erklärte man uns, dass unsere Hebamme vom Neuvola (Vorsorge) zwei Wochen nach Jonnes Geburt zu uns kommen würde, um zu gucken, wie alles läuft.
Am 17.04.2010 war es dann soweit. Sie kündigten sich für 10 Uhr an und während ich Jonne gerade fertig gestillt hatte, klingelte es an der Tür. Wir sprachen über die Geburt, wie der Dammschnitt bisher verheilt war und wie es mit dem Stillen klappte. Danach wurde ich dann abgetastet, wie sich die Gebärmutter bisher zurückgezogen hatte und danach ging es Jonne an den Kragen ;)
Jonne war nicht unruhig, hatte keine Bauchkrämpfe, aber die Hebamme zeigte uns ein paar Tricks, für den Fall der Fälle. Und prompt endlud sich der Darminhalt auf die Wickelunterlage ;) Schnell weggewischt und dann testete sie die Reflexe. Alles wunderbar. :)
Als er gewogen wurde, machte er direkt noch mal ins Tuch, aber die Hebamme nahm es mit Humor.
Jonne wog inzwischen schon 4280Gramm :) 400Gramm in 2 Wochen zugenommen, nicht schlecht. Ich fühlte mich richtig stolz, da er ja nur meine Muttermilch bekommen hatte, seit er zu Hause war. Sein Entlassungsgewicht war 3.9KG am 11.04.2010.
Als ich ihn wieder anzog, fragte mich die Hebamme, ob ich schon viel Erfahrung mit Babys hatte, denn man sah es, dass ich genau wusste, was ich mache. Das Lob ging runter wie Öl ;)
Auch, als ich Jonne nach der ganzen Prozedur wieder stillte, lobte sie mich auch, dass ich erstmal quasi die Milch runterstreiche und, dass Jonne sehr gut trinkt.
Sie gab uns dann auch die Termine für meine Untersuchung bei der Gynäkologin und Jonnes ersten Termin beim Neuvola. Dann besprach sie mit uns noch die Vitamin D Tropfen und kurze Zeit darauf war sie auch schon wieder weg.
Es war doch recht schön nicht schon so früh mit Jonne zum Neuvola gehen zu müssen, aber in Finnland so einen Terz um einen einzigen Besuch zu machen? Wenn sie meinen ... ;)
Am 17.04.2010 war es dann soweit. Sie kündigten sich für 10 Uhr an und während ich Jonne gerade fertig gestillt hatte, klingelte es an der Tür. Wir sprachen über die Geburt, wie der Dammschnitt bisher verheilt war und wie es mit dem Stillen klappte. Danach wurde ich dann abgetastet, wie sich die Gebärmutter bisher zurückgezogen hatte und danach ging es Jonne an den Kragen ;)
Jonne war nicht unruhig, hatte keine Bauchkrämpfe, aber die Hebamme zeigte uns ein paar Tricks, für den Fall der Fälle. Und prompt endlud sich der Darminhalt auf die Wickelunterlage ;) Schnell weggewischt und dann testete sie die Reflexe. Alles wunderbar. :)
Als er gewogen wurde, machte er direkt noch mal ins Tuch, aber die Hebamme nahm es mit Humor.
Jonne wog inzwischen schon 4280Gramm :) 400Gramm in 2 Wochen zugenommen, nicht schlecht. Ich fühlte mich richtig stolz, da er ja nur meine Muttermilch bekommen hatte, seit er zu Hause war. Sein Entlassungsgewicht war 3.9KG am 11.04.2010.
Als ich ihn wieder anzog, fragte mich die Hebamme, ob ich schon viel Erfahrung mit Babys hatte, denn man sah es, dass ich genau wusste, was ich mache. Das Lob ging runter wie Öl ;)
Auch, als ich Jonne nach der ganzen Prozedur wieder stillte, lobte sie mich auch, dass ich erstmal quasi die Milch runterstreiche und, dass Jonne sehr gut trinkt.
Sie gab uns dann auch die Termine für meine Untersuchung bei der Gynäkologin und Jonnes ersten Termin beim Neuvola. Dann besprach sie mit uns noch die Vitamin D Tropfen und kurze Zeit darauf war sie auch schon wieder weg.
Es war doch recht schön nicht schon so früh mit Jonne zum Neuvola gehen zu müssen, aber in Finnland so einen Terz um einen einzigen Besuch zu machen? Wenn sie meinen ... ;)
Wir sind eine Familie.
Und plötzlich waren wir zu dritt zu Hause. Überall lagen Spucktücher herum, die Schnuller lagen auf Tischen, Regalen und Stühlen und die Neugeborenenwindeln flogen nur so vom Regal.
Wir hatten vom ersten Tag an eine gute Absprache gehabt, wie wir die Nachtschichten händeln wollten.
Da Joonas die erste Woche frei hatte, blieb er bis zwei - drei Uhr in der Nacht wach, sodass ich in Ruhe schlafen konnte. Ich stillte Jonne gegen 21 - 22 Uhr das letzte Mal und fast immer wachte erst gegen zwei Uhr auf zum nächsten Essen.
Gegen zwei - drei Uhr ging Joonas dann schlafen und ich legte mich zu Jonne. Wir hatten zwar ein Babybett, ABER im Grunde genommen schlief Jonne in den ersten vier Wochen zu Hause in einer Box:
Diese Box bekommt man von Kela, wenn man sich für das "Mutterschaftspaket" entscheidet :) Und es ist schon fast Tradition, dass die Babys in den ersten Wochen in dieser Box schlafen. Jonne war erst am 11.05.2010 das erste Mal für die Nacht in seinem Bett:
Aber zurück zum Titel. Wir sind eine Familie. Nach den Monaten des Wartens sind wir zu dritt. Dieser Stolz mit dem Kinderwagen durch den Wald oder die Stadt zu gehen und zu denken "Das ist mein Baby in dem Kinderwagen!" Auch Joonas war sichtlich stolz, wenn wir mit dem Kleinen spazieren gingen. Er wickelte den Kleinen wunderbar. Und er hielt ihn stundenlang auf dem Arm.
Eher unbewusst haben wir "attachment parenting" betrieben, was heißt, dass fast rund um die Uhr Körperkontakt besteht. Tagsüber hat Jonne entweder auf Joonas oder meinen Arm oder dem Bauch geschlafen. Selten legten wir ihn aufs Sofa zum Schlafen oder in die Box am Tag. Auch nachts legte Joonas unser Baby erst in die Box, wenn er fest schlief.
Ende April kaufte ich auch eine Manduca, um den Kleinen tragen zu können. Wunderschön beim Spaziergang ihm Küsse auf den Kopf setzen zu können. :)
Wir hatten vom ersten Tag an eine gute Absprache gehabt, wie wir die Nachtschichten händeln wollten.
Da Joonas die erste Woche frei hatte, blieb er bis zwei - drei Uhr in der Nacht wach, sodass ich in Ruhe schlafen konnte. Ich stillte Jonne gegen 21 - 22 Uhr das letzte Mal und fast immer wachte erst gegen zwei Uhr auf zum nächsten Essen.
Gegen zwei - drei Uhr ging Joonas dann schlafen und ich legte mich zu Jonne. Wir hatten zwar ein Babybett, ABER im Grunde genommen schlief Jonne in den ersten vier Wochen zu Hause in einer Box:
Diese Box bekommt man von Kela, wenn man sich für das "Mutterschaftspaket" entscheidet :) Und es ist schon fast Tradition, dass die Babys in den ersten Wochen in dieser Box schlafen. Jonne war erst am 11.05.2010 das erste Mal für die Nacht in seinem Bett:
Aber zurück zum Titel. Wir sind eine Familie. Nach den Monaten des Wartens sind wir zu dritt. Dieser Stolz mit dem Kinderwagen durch den Wald oder die Stadt zu gehen und zu denken "Das ist mein Baby in dem Kinderwagen!" Auch Joonas war sichtlich stolz, wenn wir mit dem Kleinen spazieren gingen. Er wickelte den Kleinen wunderbar. Und er hielt ihn stundenlang auf dem Arm.
Eher unbewusst haben wir "attachment parenting" betrieben, was heißt, dass fast rund um die Uhr Körperkontakt besteht. Tagsüber hat Jonne entweder auf Joonas oder meinen Arm oder dem Bauch geschlafen. Selten legten wir ihn aufs Sofa zum Schlafen oder in die Box am Tag. Auch nachts legte Joonas unser Baby erst in die Box, wenn er fest schlief.
Ende April kaufte ich auch eine Manduca, um den Kleinen tragen zu können. Wunderschön beim Spaziergang ihm Küsse auf den Kopf setzen zu können. :)
Station 64 - Kinderintensivstation
Die erste Nacht mit Jonne endete bereits um 5:30h am morgen. Ich hatte nciht wirklich geschlafen, eher gedöst und war ganz aufgeregt den Kleinen wieder bei mir zu haben. Er schlief wirklich gut, wachte immer auf, wenn er Hunger hatte und ließ sich auch gut wickeln. Allerdings kam fast jedes Mal eine Hebamme hinzu, um seine Atmung zu kontrollieren. Laut ihnen war diese nämlich zu schnell. Ich dachte mir nichts dabei, stillte weiter, holte mein eigenes Frühstück und schaute Jonne über mehrere Stunden hinweg einfach nur an.
Plötzlich kam allerdings die Stationshebamme ins Zimmer und sagte, dass die Kinderärztin Jonne untersuchen muss. Seine Infektionswerte im Blut waren viel zu hoch. Sie nahm den Kleinen auf den Arm und ich folgte.
Die Ärztin machte den Kleinen erstmal nackig, wofür er sich revanchierte, indem er in hohem Bogen auf den Boden pinkelte. Das Bild, was sich mir bot, wie die Ärztin besorgt den Kleinen untersuchte und dann der Hebamme sagte, dass etwas nicht stimmt, war zu viel. Mein Kleiner war gerade erst auf der Welt und nun sprachen sie davon, dass er verlegt werden musste. Ich fing an zu weinen und beide Frauen trösteten mich.
Dann sagten sie, dass Jonne auf Station 64 verlegt werden musste. Intensivstation.
Der Schock saß tief und ich ging wie in Trance zurück aufs Zimmer. Jonne legte ich neben mich aufs Bett, weil ich ihm zeigen wollte "Hei, deine Mama ist hier, dir passiert nichts.". Nebenbei versuchte ich die ganze Zeit Joonas zu erreichen, welcher bei seinem besten Freund pennte, nachdem dieser ihm die "Daddyparty" schmiss, zur Feier von Jonnes Geburt. Es ging keiner dran. Auch meine Mutter, die ja inzwischen bei uns zu Hause war, hatte das Handy aus.
Ich fühlte mich hilflos. Einfach nur hilflos. Mein Mann und meine Mutter waren nicht erreichbar und dann kriegte ich gesagt, dass Jonne nach dem Mittagessen verlegt wird.
Ich habe fast keinen Bissen runtergekriegt und die Minuten vergingen zu schnell. Ein letztes Mal stillte ich ihn auf dem Bett, als auch schon die Hebamme kam, mit Jonnes Papieren und einem Kinderwagen.
Das Laufen war unangenehm. Die Narbe vom Dammschnitt zog und beim Legen vom Katheter müssen Risse entstanden sein, die brannten und am verheilen waren.
Die Intensivstation lag im komplett anderen Komplex und so gingen wir zuerst in den Aufzug, dann in den Keller und durch die irren Tunnelsystem unter dem Krankenhäuser. Es war locker ein Weg von 800 Metern, es kam mir allerdings ewig vor.
Die Hebamme schob Jonne. Ich war so eifersüchtig. ICH wollte diejenige sein, die meinen Sohn das erste Mal im Kinderwagen schiebt. Und jetzt war sie es. Auf der Station angekommen stellten sich die diversen Krankenschwestern dort vor und Jonne wurde in den Brutkasten gelegt. Ich wurde gefragt, ob ich bleiben möchte oder nicht und natürlich wollte ich bei meinem Baby bleiben. Doch dann wurde mir gesagt, dass er jetzt verkabelt werden musste und der Zugang im Kopf für die Medikamente musste gelegt werden. Ich sollte um 15 Uhr wiederkommen.
Also gingen wir zurück. Die Krankenschwester schob den leeren Kinderwagen und ich versuchte mit ihrem Tempo mitzuhalten.
Auf dem Zimmer brach ich endgültig zusammen. Ich lag auf dem Bett, neben mir das Babybettchen und es war leer. Mein Kleiner lag 800 Meter von mir entfernt und ihm wurde ein Zugang in den Kopf gelegt. Er wusste doch gar nicht was mit ihm passiert und wo seine Mama plötzlich ist. Ich konnte nicht mehr. Ich hab Rotz und Wasser geheult.
Ich habe versucht Joonas wieder zu erreichen und dieses Mal klappte es. Ich schrie ihn schon fast an er solle sich in ein Taxi setzen, meine Mutter einsammeln und herkommen.
Eine Stunde später waren beide endlich da. Ich fiel ihm in die Arme und heulte weiter. Ich erzählte ihm, was ich wusste und begrüßte dann endlich auch meine Mama. Sie beruhigte mich am meisten, denn Joonas selber war auch ziemlich aufgebracht, weil er nicht wusste, was mit seinem Baby ist.
Einige Zeit später ging ich auf Station, um auf Klo zu gehen, als man mich fragte, ob ich im Krankenhaus bleiben möchte oder nach Hause gehen will. Ich sagte sofort, dass ich nach Hause will. Der Gedanke in dem Zimmer zu schlafen, wo meine Bettnachbarin mit ihrem kleinen Sohn lag, war schrecklich.
Endlich, als es 15 Uhr war, machten Joonas und ich uns auf zur Intensivstation. Er schob mich im Rollstuhl und nach kurzer Wartezeit konnten wir zu unserem Baby. Er lag nur in Windel im Brutkasten, hatte den Herztonmesser an der Brust und eine Kanüle im Kopf. Er wurde direkt auf Antibiotikkur gesetzt.
Zuvor hatte ich das erste Mal Milch abgepumpt. Es waren bestimmt nur 20ml, aber jeder Millimeter war wichtig für ihn und stolz überreichte ich es den Krankenschwestern, damit sie es ihm geben konnten. Ich setzte mich in den Schaukelstuhl neben Jonne und bekam ihn - dick eingepackt - auf den Arm. Wir verliebten uns wieder in ihn.
Die anderen Babys in der ICU guckte ich mir nicht an. Ich sah nur kurz, dass das Nachbarbaby wirklich winzig war. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass Jonne da doch nicht hingehören würde. Er war weder zu früh, noch wirklich krank.
Irgendwann gingen wir zurück auf Station, wo die Abschlussuntersuchung bei mir gemacht wurde. Es war alles okay, wir besprachen Rückbildungsgymnastikübungen und dann konnte ich eigentlich meine Sachen packen. Wir beschlossen allerdings noch einmal zu Jonne zu gehen. Dieses Mal stillte ich ihn und nach einer halben Stunde gingen wir wieder zurück. Wir riefen Joonas Vater an, der uns abholte, und packten meine Sachen zusammen.
Ich wollte unbedingt weiter abpumpen für Jonne, allerdings war es nach 18 Uhr und alle Babyläden hatten schon geschlossen. Wir versuchten in der Apotheke eine Brustpumpe zu bekommen und hatten auch kein Glück. Das ich am Tag darauf den Milcheinschuss hatte, half auch kein Stück.
Am Abend unterhielten meine Mama und ich uns übers Internet mit meinem Papa in Deutschland und gingen gegen Mitternacht schlafen. Wir machten Pläne, dass wir um 11Uhr zu Jonne fahren würden und Joonas musste arbeiten. Ich schlief tief und fest in der Nacht und konnte Kraft sammeln.
Allerdings schlief ich im Wohnzimmer auf dem Sofa und nciht in Jonnes Zimmer, wo ja mein Bett bereits stand. Ich konnte den Raum nicht betreten. Jonne war nicht mehr in meinem Bauch, aber auch nicht in seinem Bett, wo er sein sollte. Meine Mutter schlief dann dort.
Plötzlich kam allerdings die Stationshebamme ins Zimmer und sagte, dass die Kinderärztin Jonne untersuchen muss. Seine Infektionswerte im Blut waren viel zu hoch. Sie nahm den Kleinen auf den Arm und ich folgte.
Die Ärztin machte den Kleinen erstmal nackig, wofür er sich revanchierte, indem er in hohem Bogen auf den Boden pinkelte. Das Bild, was sich mir bot, wie die Ärztin besorgt den Kleinen untersuchte und dann der Hebamme sagte, dass etwas nicht stimmt, war zu viel. Mein Kleiner war gerade erst auf der Welt und nun sprachen sie davon, dass er verlegt werden musste. Ich fing an zu weinen und beide Frauen trösteten mich.
Dann sagten sie, dass Jonne auf Station 64 verlegt werden musste. Intensivstation.
Der Schock saß tief und ich ging wie in Trance zurück aufs Zimmer. Jonne legte ich neben mich aufs Bett, weil ich ihm zeigen wollte "Hei, deine Mama ist hier, dir passiert nichts.". Nebenbei versuchte ich die ganze Zeit Joonas zu erreichen, welcher bei seinem besten Freund pennte, nachdem dieser ihm die "Daddyparty" schmiss, zur Feier von Jonnes Geburt. Es ging keiner dran. Auch meine Mutter, die ja inzwischen bei uns zu Hause war, hatte das Handy aus.
Ich fühlte mich hilflos. Einfach nur hilflos. Mein Mann und meine Mutter waren nicht erreichbar und dann kriegte ich gesagt, dass Jonne nach dem Mittagessen verlegt wird.
Ich habe fast keinen Bissen runtergekriegt und die Minuten vergingen zu schnell. Ein letztes Mal stillte ich ihn auf dem Bett, als auch schon die Hebamme kam, mit Jonnes Papieren und einem Kinderwagen.
Das Laufen war unangenehm. Die Narbe vom Dammschnitt zog und beim Legen vom Katheter müssen Risse entstanden sein, die brannten und am verheilen waren.
Die Intensivstation lag im komplett anderen Komplex und so gingen wir zuerst in den Aufzug, dann in den Keller und durch die irren Tunnelsystem unter dem Krankenhäuser. Es war locker ein Weg von 800 Metern, es kam mir allerdings ewig vor.
Die Hebamme schob Jonne. Ich war so eifersüchtig. ICH wollte diejenige sein, die meinen Sohn das erste Mal im Kinderwagen schiebt. Und jetzt war sie es. Auf der Station angekommen stellten sich die diversen Krankenschwestern dort vor und Jonne wurde in den Brutkasten gelegt. Ich wurde gefragt, ob ich bleiben möchte oder nicht und natürlich wollte ich bei meinem Baby bleiben. Doch dann wurde mir gesagt, dass er jetzt verkabelt werden musste und der Zugang im Kopf für die Medikamente musste gelegt werden. Ich sollte um 15 Uhr wiederkommen.
Also gingen wir zurück. Die Krankenschwester schob den leeren Kinderwagen und ich versuchte mit ihrem Tempo mitzuhalten.
Auf dem Zimmer brach ich endgültig zusammen. Ich lag auf dem Bett, neben mir das Babybettchen und es war leer. Mein Kleiner lag 800 Meter von mir entfernt und ihm wurde ein Zugang in den Kopf gelegt. Er wusste doch gar nicht was mit ihm passiert und wo seine Mama plötzlich ist. Ich konnte nicht mehr. Ich hab Rotz und Wasser geheult.
Ich habe versucht Joonas wieder zu erreichen und dieses Mal klappte es. Ich schrie ihn schon fast an er solle sich in ein Taxi setzen, meine Mutter einsammeln und herkommen.
Eine Stunde später waren beide endlich da. Ich fiel ihm in die Arme und heulte weiter. Ich erzählte ihm, was ich wusste und begrüßte dann endlich auch meine Mama. Sie beruhigte mich am meisten, denn Joonas selber war auch ziemlich aufgebracht, weil er nicht wusste, was mit seinem Baby ist.
Einige Zeit später ging ich auf Station, um auf Klo zu gehen, als man mich fragte, ob ich im Krankenhaus bleiben möchte oder nach Hause gehen will. Ich sagte sofort, dass ich nach Hause will. Der Gedanke in dem Zimmer zu schlafen, wo meine Bettnachbarin mit ihrem kleinen Sohn lag, war schrecklich.
Endlich, als es 15 Uhr war, machten Joonas und ich uns auf zur Intensivstation. Er schob mich im Rollstuhl und nach kurzer Wartezeit konnten wir zu unserem Baby. Er lag nur in Windel im Brutkasten, hatte den Herztonmesser an der Brust und eine Kanüle im Kopf. Er wurde direkt auf Antibiotikkur gesetzt.
Zuvor hatte ich das erste Mal Milch abgepumpt. Es waren bestimmt nur 20ml, aber jeder Millimeter war wichtig für ihn und stolz überreichte ich es den Krankenschwestern, damit sie es ihm geben konnten. Ich setzte mich in den Schaukelstuhl neben Jonne und bekam ihn - dick eingepackt - auf den Arm. Wir verliebten uns wieder in ihn.
Die anderen Babys in der ICU guckte ich mir nicht an. Ich sah nur kurz, dass das Nachbarbaby wirklich winzig war. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass Jonne da doch nicht hingehören würde. Er war weder zu früh, noch wirklich krank.
Irgendwann gingen wir zurück auf Station, wo die Abschlussuntersuchung bei mir gemacht wurde. Es war alles okay, wir besprachen Rückbildungsgymnastikübungen und dann konnte ich eigentlich meine Sachen packen. Wir beschlossen allerdings noch einmal zu Jonne zu gehen. Dieses Mal stillte ich ihn und nach einer halben Stunde gingen wir wieder zurück. Wir riefen Joonas Vater an, der uns abholte, und packten meine Sachen zusammen.
Ich wollte unbedingt weiter abpumpen für Jonne, allerdings war es nach 18 Uhr und alle Babyläden hatten schon geschlossen. Wir versuchten in der Apotheke eine Brustpumpe zu bekommen und hatten auch kein Glück. Das ich am Tag darauf den Milcheinschuss hatte, half auch kein Stück.
Am Abend unterhielten meine Mama und ich uns übers Internet mit meinem Papa in Deutschland und gingen gegen Mitternacht schlafen. Wir machten Pläne, dass wir um 11Uhr zu Jonne fahren würden und Joonas musste arbeiten. Ich schlief tief und fest in der Nacht und konnte Kraft sammeln.
Allerdings schlief ich im Wohnzimmer auf dem Sofa und nciht in Jonnes Zimmer, wo ja mein Bett bereits stand. Ich konnte den Raum nicht betreten. Jonne war nicht mehr in meinem Bauch, aber auch nicht in seinem Bett, wo er sein sollte. Meine Mutter schlief dann dort.
Die Geburt.
Um 15 Uhr gingen wir in den Kreißsaal, um die Fruchtblase zu öffnen. Zuerst wurde allerdings ein CTG geschrieben, um zu schauen, dass alles mit dem Baby in Ordnung ist. Ich war mehr interessiert an dem Raum, als an dem CTG, um ehrlich zu sein. Ich war enttäuscht, dass der Raum kein Fenster hatte. Es gab auch keinen Peziball oder Seil, an was man sich hängen konnte. Nur einen Schaukelstuhl und das Bett.
Nachdem die Fruchtblase um 15.45h geöffnet wurde, wurde wieder ein CTG geschrieben. Die Wehen kamen sofort und alle Wehen, die ich davor hatte, fühlten sich wie ein Spaziergang an. Allerdings zeichnete das CTG keine Wehen auf, was die Hebamme dazu brachte mir zusätzlich einen Zugang zu legen an der Hand, um mir das Mittel "Oxytocin" zu geben, was Wehenfördernd ist.
Es half ebenfalls sofort und so stand ich mitten unter der Geburt innerhalb weniger Stunden. Ich versuchte strikt jede Wehe zu veratmen und fühlte mich jedes Mal ganz weit weg von allem, als ich eine Wehe hatte. Die Augen geschlossen, tief einatmen, langsam ausatmen. Und vorbei.
Ich wollte nicht im Bett liegen, denn ich wusste, dass es half, wenn man aufrecht steht. So hängte ich mich an Joonas, um die Wehe zu veratmen und kreiste mit den Hüften. Alles, um das Baby in den Geburtskanal zu bekommen.
Vor dem Öffnen der Fruchtblase war ich bereits bei 2,5cm, allerdings war der Gebärmutterhals noch bei 3cm. Zwei Stunden nach dem Öffnen wurde ich wieder untersucht. 3cm, allerdings war der Gebärmutterhals komplett zurückgezogen, was die Hebamme erstaunlich fand, denn das ging sehr schnell für jemand, der das erste Kind kriegt. Das gab natürlich eine Menge Motivation. Die Wehen wurden heftiger, die Dosis Oxytocin erhöht und ich hatte mehr und mehr Probleme zu veratmen. Allerdings habe ich mich dazu gezwungen. Jede Wehe ist ein Stück näher zum Ende.
Ich versuchte das Lachgas, aber hätte beinahe auf den Boden gebrochen davon. Also sagte ich der Hebamme direkt, dass ich eine PDA wollte. Da ich wirklich immer mehr Probleme mit den Schmerzen hatte, willigte sie ein und rief den Anästhesisten hinzu. Die Minuten, bis dieser zu uns kam, schienen endlos. Jede Wehe überrollte mich und ich verlor zwei Mal komplett die Fassung und fing an zu heulen, zwang mich aber noch dabei alles zu veratmen.
Von der Hebamme bekam ich nur Lob, wie toll ich atmen würde. Ich war in keinem Geburtsvorbereitungskurs und hatte vollkommen auf mein Bauchgefühl gehört, wie ich atmen müsste. Das Lob gab Mut, aber ich wollte nicht die Heldin spielen und wählte den einfachen Weg. Ich lag allerdings damit falsch, wie ich noch merken würde.
Um 20.40h bekam ich die PDA gesetzt und die Erleichterung fühlte sich großartig an. Joonas und ich fingen an über alles mögliche zu reden, während ich die Wehen zwar noch merkte, aber sie nicht schmerzhaft waren. Auf dem CTG wurden übrigens noch immer keine Wehen aufgezeichnet. Sehr komisch.
Gegen 22h entschied sich Joonas etwas zu schlafen, da er ja in der Nacht zuvor nicht viel Schlaf bekam vor Aufregung. Ich hingegen konnte nicht schlafen und las mein Buch weiter. Kommt auch nicht oft vor, dass jemand während der Geburt "Four Chimneys - Eyewitnesses of Auschwitz" liest, oder?
Zwischendurch wurde ich dann gefragt, ob ich auf Toilette müsste und ich schaffte es trotz PDA. Allerdings dachte ich, ich würde nie wieder vom Klo aufstehen können. Meine Ehre verbot es mir allerdings nach Hilfe auf dem Pott zu schreien ;) Joonas schlief daraufhin wieder und war erst gegen halb zwei in der Nacht wach.
Gegen zwei spürte ich wie die Wehen wieder schmerzvoller wurden und ich wieder veratmen musste. Ich rief sofort die Hebamme, ob das normal sei und sie sagte, dass sie mir noch einmal Schmerzmittel geben würde.
Das half kein Stück. Im Gegenteil: Ich bekam Herzrasen.
Auch die Schmerzpumpe brachte keine Erleichterung. Und ich war bei 6cm angelangt. Aufstehen durfte ich noch immer nicht und so musste ich jede Wehe im Liegen veratmen. Ich zwang mich zu dem Zeitpunkt wirklich zu atmen und nicht einfach nur zu schreien. Wieder lobte mich die Hebamme (inzwischen eine andere, da Schichtwechsel) für meine Atmung und zwischen den Wehen unterhielten wir uns auch nett über Deutschland, wie Joonas und ich uns kennen gelernt hatten und warum ich so lebensmüde war Finnisch zu lernen ;)
Doch die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen und hielten für 45 Sekunden an. Und in der Zeit fühlten sich 45 Sekunden wie eine Stunde an. Es wurde beratschlagt, welche Schmerzmittel ich probieren könnte. Die Spinalanästhesie wurde nicht empfohlen, da sie nur zwei Stunden anhält und ich noch 4cm vor mir hatte. Und so entschied man sich dafür mir Schmerzmittel direkt an den Muttermund zu setzen. Ich habe nicht wirklich viel verstanden, weil ich so in Konzentration die Wehen veratmet habe, aber die Schmerzen waren heftig, als sie die Spritzen setzten. Und das Ergebnis? Es half kein Stück.
Die Hebammen kamen zusammen, beratschlagten sich und versuchten die gleiche Prozedur, die schon beim ersten Mal keinen Erfolg brachte, noch einmal. Dieses Mal verlor ich es und fing an zu heulen, als gäbe es keinen Morgen mehr. Und doch zwang ich mich selber zu atmen. So heulte und atmete ich zeitgleich und sagte mir immer und immer wieder, dass es bald vorbei sein würde.
Gegen 4 Uhr war ich bei 8cm und war in meiner eigenen Welt. Mein Blick war auf die Uhr fixiert, um mich drauf vorzubereiten, wann die nächste Wehe kommen würde. Mittlerweile war ich so verkabelt, dass ich nicht aufstehen konnte.
Am Handgelenk hatte ich drei Anschlüsse am Zugang: Kochsalzlösung, da ich nur einen halben Liter seit dem Öffnen der Fruchtblase getrunken hatte, Schmerzmittel und Oxycotin. Am Rücken war der Zugang der PDA verklebt und an der Schulter baumelte der Zugang, durch welchen ich bereits um 2 Uhr eine weitere Dosis gespritz bekommen habe, die nicht half.
Direkt am Baby wurde der Herztonmesser befestigt und da das CTG kaputt war (deswegen wurden keine Wehen aufgezeichnet), auch ein Messer für die Wehen am Uterus. Außerdem irgendwelche Drähte oder Zugänge wegen dem Schmerzmittel am Muttermund. Also kam es nicht in Frage auf Klo zu gehen und ich bekam einen Katheter gelegt. Es war ja nicht schon schmerzhaft genug ...
Als ich um fünf Uhr morgens untersucht wurde, war ich bei 9 Zentimetern und wir bekamen alle einen Schreck, als plötzlich die Herztöne vom Baby abfielen. Sofort wurde ich angewiesen mich auf die Seite zu drehen und er erholte sich schlagartig. Puh, zum Glück!
Kurz vor sechs Uhr krallte ich mich mit meiner Hand am Bett fest, denn ich konnte einfach nicht mehr und die Schmerzen wurden immer mehr. Ich hatte bereits das Gefühl pressen zu müssen, aber durfte noch nicht. Ein HALBER Zentimeter fehlte noch. Ich versuchte auf allen vieren eine bessere Position zu finden, aber verlor endgültig die Fassung. Um 6.05h war es soweit: 10cm auf und ich durfte leicht pressen, um ein Gefühl dafür zu kriegen. Ich spürte den Kopf ganz genau und wie er sich den Geburtskanal runterbewegte. Als Hände unter die Oberschenkel, an den Körper gezogen, Augen zu, Luft holen und PRESSEN! Pause. PRESSEN! Pause. PRESSEN!
Ich schaute immer auf das CTG, um den Anstieg für die Wehen zu sehen, damit ich mich vorbereiten konnte. Half mir sehr viel, wie ich finde.
Die Hebamme sagte dann, dass sie mich schneiden musste. DAS tat wirklich extrem weh, da ja keine Betäubung in irgendeiner Form vorhanden war. Kann man vergleichen, als würde man sich zwischen Daumen und Zeigefinger schneiden. Autsch.
Aber gut, sie sagte mir dann, dass es bald soweit sei und, dass mein Baby Haare hat.
Also noch einmal alle Kraft gesammelt und gepresst. "Der Kopf ist da." Nein, es hätte lauten sollen "Der Schmerz fühlt sich an, als würde man dich zerreißen und du musst jetzt solange warten, bis die nächste Wehe kommt, harhar!". Aber die Wehe war ganz bald da und ich presste erneut und schrie den Kreißsaal zusammen. Wenn der Körper aus einem herausgleitet, dann tut das WEH. Und das durfte ruhig jeder hören.
Aber es war geschafft. Die Sekunden, bis ich ihn sehen konnte, erschienen so ewig. Er wurde gesäubert und äußerte direkt seinen Unmut. Die Ärztin schob meinen Kittel nach oben und legte mein Baby auf meine Brust. Er schrie und schrie und ich küsste ihn tausendfach auf seinen kleinen Kopf. Er war da. Es war geschafft und er war da. Und er war so süß. Joonas, der die ganze Zeit meine Hand gehalten hatte und mir immer wieder sagte, wie sehr er mich bewundert für die Leistung, die ich da brachte, war am strahlen und schnitt dann die Nabelschnur durch (und vorher sagte er, er würde das NIIIEEE tun, weil er kein Blut sehen kann). Dann wurde mir der Kleine noch einmal ganz gezeigt und dann ging es zum Baden, während ich noch die Plazenta rausbefördern musste ;) Die Hebamme war ganz erstaunt, als ich fragte, ob ich die Plazenta angucken könnte. Sah ganz interessant aus. Wir hatten uns schon vor Monaten drauf geeinigt, dass wir das Blut der Nabelschnur spenden wollten.
Während der stolze Papa seinen Sohn wickelte und die Hebamme ihn anzog und einwickelte, wurde das Bett mal eben umgebaut und als Joonas mit Jonne auf dem Schaukelstuhl saß, völlig vertief und verliebt in den Kleinen, wurde ich genäht. Alle Kabel wurden entfernt, außer der Zugang am Handgelenk, und wir bekamen Frühstück, von der nächsten Hebamme (Schichtwechsel), gebracht. Es war sehr komisch das erste Mal wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Beine fühlten sich an wie Pudding, mein Bauch war plötzlich leer und ich merkte wie hungrig ich war. Seit fast 24 Stunden nichts gegessen und ein Baby zur Welt gebracht. Hunger!
Duschen wollte ich allerdings nicht, ich ging nur auf Toilette und als ich wiederkam war Jonne weg. Es war der Verdacht aufgekommen er habe Fruchtwasser geschluckt und wurde untersucht. Allerdings war er kurze Zeit später wieder bei uns und bekam in den drei APGAR Tests je 9 Punkte.
Wir sammelten unsere Sachen ein, während ich an alle Freunde und Bekannte die SMS verschickte, dass unser Sohn zur Welt gekommen ist. Meine Eltern und Joonas Eltern hatten wir direkt angerufen, nachdem ich genäht war.
Die Hebamme holte einen Rollstuhl, dieses schicke Schwimmreifenkissen und es ging auf die Neugeborenenstation. Ich platzte beinahe vor Stolz und hätte unterwegs jedem am liebsten zugerufen "HEI! Schaut her, ich habe gerade diesen süßen Jungen zur Welt gebracht!" Allerdings konnte doch jeder eins und eins zusammen zählen und wusste das.
Auf Station fiel dann auf, dass ich ja vorher auf Station 11 war und jetzt auf 13. Also wurde der Gatte beordert meine Sachen zu holen, während die Hebamme der Station (oder eher für zwei Zimmer, je eine Hebamme betreut 4 Mütter) Jonne umzog, um in sein Bettchen zu legen.
Ich legte mich auf mein Bett und Joonas und ich starrten unseren Sohn, auf den wir so lange gewartet hatten, einfach nur an. Er verabschiedete sich ein paar Minuten danach allerdings, da er auch K.O. war und es war keine Besuchszeit. Doch er versprach natürlich, dass er um 17h wieder da sein würde.
So verließ er Jonne und mich und ich wurde mit einem Mal davon getroffen, dass ich jetzt Mutter war. Der einfache Teil, die Schwangerschaft, war vorbei. Jetzt war er da.
Ich bekam ein paar Stunden später einen wunderschönen Blumenstrauß von meinen Schwiegereltern und ein wenig später noch einen von der zweiten Urgroßoma und deren Familie. Das sah so wunderschön aus auf meinem Nachttisch.
Die Hormone ließen mich allerdings nicht schlafen, nur dösen und so machte ich das erste Foto von Jonne (ohne Joonas und mich, davon machten wir ein paar im Kreißsaal) und lud es hoch. Das Krankenhaus hat kostenlos WiFi für Patienten ;)
Die SMS kamen im Minutentakt und die ganzen Glückwünsche erfreuten mich noch mehr.
Das erste Mal angelegt hatte ich Jonne auch im Kreißsaal. Die Hebamme fiel fast um, als sie sah wie toll das geklappt hatte und wie zügig Jonne trank. Das ich fast drei Minuten wie doof versucht hatte eine Position zu finden, die gut war, wusste sie zum Glück nicht.
Das Wickeln und Stillen klappte wunderbar auf Station und ich fand zwischendrin Zeit zum Duschen, während Jonne schlummerte und die Hebamme aufpasste.
In der Nacht wollte ich Jonne partout nicht ins Schwesternzimmer geben, aber anders hätte ich keinen Schlaf gefunden. Und so ging er um 1h nachts zu den Hebammen und ich konnte ein bisschen schlafen.
Gott, ist der Text lang geworden :D
Nachdem die Fruchtblase um 15.45h geöffnet wurde, wurde wieder ein CTG geschrieben. Die Wehen kamen sofort und alle Wehen, die ich davor hatte, fühlten sich wie ein Spaziergang an. Allerdings zeichnete das CTG keine Wehen auf, was die Hebamme dazu brachte mir zusätzlich einen Zugang zu legen an der Hand, um mir das Mittel "Oxytocin" zu geben, was Wehenfördernd ist.
Es half ebenfalls sofort und so stand ich mitten unter der Geburt innerhalb weniger Stunden. Ich versuchte strikt jede Wehe zu veratmen und fühlte mich jedes Mal ganz weit weg von allem, als ich eine Wehe hatte. Die Augen geschlossen, tief einatmen, langsam ausatmen. Und vorbei.
Ich wollte nicht im Bett liegen, denn ich wusste, dass es half, wenn man aufrecht steht. So hängte ich mich an Joonas, um die Wehe zu veratmen und kreiste mit den Hüften. Alles, um das Baby in den Geburtskanal zu bekommen.
Vor dem Öffnen der Fruchtblase war ich bereits bei 2,5cm, allerdings war der Gebärmutterhals noch bei 3cm. Zwei Stunden nach dem Öffnen wurde ich wieder untersucht. 3cm, allerdings war der Gebärmutterhals komplett zurückgezogen, was die Hebamme erstaunlich fand, denn das ging sehr schnell für jemand, der das erste Kind kriegt. Das gab natürlich eine Menge Motivation. Die Wehen wurden heftiger, die Dosis Oxytocin erhöht und ich hatte mehr und mehr Probleme zu veratmen. Allerdings habe ich mich dazu gezwungen. Jede Wehe ist ein Stück näher zum Ende.
Ich versuchte das Lachgas, aber hätte beinahe auf den Boden gebrochen davon. Also sagte ich der Hebamme direkt, dass ich eine PDA wollte. Da ich wirklich immer mehr Probleme mit den Schmerzen hatte, willigte sie ein und rief den Anästhesisten hinzu. Die Minuten, bis dieser zu uns kam, schienen endlos. Jede Wehe überrollte mich und ich verlor zwei Mal komplett die Fassung und fing an zu heulen, zwang mich aber noch dabei alles zu veratmen.
Von der Hebamme bekam ich nur Lob, wie toll ich atmen würde. Ich war in keinem Geburtsvorbereitungskurs und hatte vollkommen auf mein Bauchgefühl gehört, wie ich atmen müsste. Das Lob gab Mut, aber ich wollte nicht die Heldin spielen und wählte den einfachen Weg. Ich lag allerdings damit falsch, wie ich noch merken würde.
Um 20.40h bekam ich die PDA gesetzt und die Erleichterung fühlte sich großartig an. Joonas und ich fingen an über alles mögliche zu reden, während ich die Wehen zwar noch merkte, aber sie nicht schmerzhaft waren. Auf dem CTG wurden übrigens noch immer keine Wehen aufgezeichnet. Sehr komisch.
Gegen 22h entschied sich Joonas etwas zu schlafen, da er ja in der Nacht zuvor nicht viel Schlaf bekam vor Aufregung. Ich hingegen konnte nicht schlafen und las mein Buch weiter. Kommt auch nicht oft vor, dass jemand während der Geburt "Four Chimneys - Eyewitnesses of Auschwitz" liest, oder?
Zwischendurch wurde ich dann gefragt, ob ich auf Toilette müsste und ich schaffte es trotz PDA. Allerdings dachte ich, ich würde nie wieder vom Klo aufstehen können. Meine Ehre verbot es mir allerdings nach Hilfe auf dem Pott zu schreien ;) Joonas schlief daraufhin wieder und war erst gegen halb zwei in der Nacht wach.
Gegen zwei spürte ich wie die Wehen wieder schmerzvoller wurden und ich wieder veratmen musste. Ich rief sofort die Hebamme, ob das normal sei und sie sagte, dass sie mir noch einmal Schmerzmittel geben würde.
Das half kein Stück. Im Gegenteil: Ich bekam Herzrasen.
Auch die Schmerzpumpe brachte keine Erleichterung. Und ich war bei 6cm angelangt. Aufstehen durfte ich noch immer nicht und so musste ich jede Wehe im Liegen veratmen. Ich zwang mich zu dem Zeitpunkt wirklich zu atmen und nicht einfach nur zu schreien. Wieder lobte mich die Hebamme (inzwischen eine andere, da Schichtwechsel) für meine Atmung und zwischen den Wehen unterhielten wir uns auch nett über Deutschland, wie Joonas und ich uns kennen gelernt hatten und warum ich so lebensmüde war Finnisch zu lernen ;)
Doch die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen und hielten für 45 Sekunden an. Und in der Zeit fühlten sich 45 Sekunden wie eine Stunde an. Es wurde beratschlagt, welche Schmerzmittel ich probieren könnte. Die Spinalanästhesie wurde nicht empfohlen, da sie nur zwei Stunden anhält und ich noch 4cm vor mir hatte. Und so entschied man sich dafür mir Schmerzmittel direkt an den Muttermund zu setzen. Ich habe nicht wirklich viel verstanden, weil ich so in Konzentration die Wehen veratmet habe, aber die Schmerzen waren heftig, als sie die Spritzen setzten. Und das Ergebnis? Es half kein Stück.
Die Hebammen kamen zusammen, beratschlagten sich und versuchten die gleiche Prozedur, die schon beim ersten Mal keinen Erfolg brachte, noch einmal. Dieses Mal verlor ich es und fing an zu heulen, als gäbe es keinen Morgen mehr. Und doch zwang ich mich selber zu atmen. So heulte und atmete ich zeitgleich und sagte mir immer und immer wieder, dass es bald vorbei sein würde.
Gegen 4 Uhr war ich bei 8cm und war in meiner eigenen Welt. Mein Blick war auf die Uhr fixiert, um mich drauf vorzubereiten, wann die nächste Wehe kommen würde. Mittlerweile war ich so verkabelt, dass ich nicht aufstehen konnte.
Am Handgelenk hatte ich drei Anschlüsse am Zugang: Kochsalzlösung, da ich nur einen halben Liter seit dem Öffnen der Fruchtblase getrunken hatte, Schmerzmittel und Oxycotin. Am Rücken war der Zugang der PDA verklebt und an der Schulter baumelte der Zugang, durch welchen ich bereits um 2 Uhr eine weitere Dosis gespritz bekommen habe, die nicht half.
Direkt am Baby wurde der Herztonmesser befestigt und da das CTG kaputt war (deswegen wurden keine Wehen aufgezeichnet), auch ein Messer für die Wehen am Uterus. Außerdem irgendwelche Drähte oder Zugänge wegen dem Schmerzmittel am Muttermund. Also kam es nicht in Frage auf Klo zu gehen und ich bekam einen Katheter gelegt. Es war ja nicht schon schmerzhaft genug ...
Als ich um fünf Uhr morgens untersucht wurde, war ich bei 9 Zentimetern und wir bekamen alle einen Schreck, als plötzlich die Herztöne vom Baby abfielen. Sofort wurde ich angewiesen mich auf die Seite zu drehen und er erholte sich schlagartig. Puh, zum Glück!
Kurz vor sechs Uhr krallte ich mich mit meiner Hand am Bett fest, denn ich konnte einfach nicht mehr und die Schmerzen wurden immer mehr. Ich hatte bereits das Gefühl pressen zu müssen, aber durfte noch nicht. Ein HALBER Zentimeter fehlte noch. Ich versuchte auf allen vieren eine bessere Position zu finden, aber verlor endgültig die Fassung. Um 6.05h war es soweit: 10cm auf und ich durfte leicht pressen, um ein Gefühl dafür zu kriegen. Ich spürte den Kopf ganz genau und wie er sich den Geburtskanal runterbewegte. Als Hände unter die Oberschenkel, an den Körper gezogen, Augen zu, Luft holen und PRESSEN! Pause. PRESSEN! Pause. PRESSEN!
Ich schaute immer auf das CTG, um den Anstieg für die Wehen zu sehen, damit ich mich vorbereiten konnte. Half mir sehr viel, wie ich finde.
Die Hebamme sagte dann, dass sie mich schneiden musste. DAS tat wirklich extrem weh, da ja keine Betäubung in irgendeiner Form vorhanden war. Kann man vergleichen, als würde man sich zwischen Daumen und Zeigefinger schneiden. Autsch.
Aber gut, sie sagte mir dann, dass es bald soweit sei und, dass mein Baby Haare hat.
Also noch einmal alle Kraft gesammelt und gepresst. "Der Kopf ist da." Nein, es hätte lauten sollen "Der Schmerz fühlt sich an, als würde man dich zerreißen und du musst jetzt solange warten, bis die nächste Wehe kommt, harhar!". Aber die Wehe war ganz bald da und ich presste erneut und schrie den Kreißsaal zusammen. Wenn der Körper aus einem herausgleitet, dann tut das WEH. Und das durfte ruhig jeder hören.
Aber es war geschafft. Die Sekunden, bis ich ihn sehen konnte, erschienen so ewig. Er wurde gesäubert und äußerte direkt seinen Unmut. Die Ärztin schob meinen Kittel nach oben und legte mein Baby auf meine Brust. Er schrie und schrie und ich küsste ihn tausendfach auf seinen kleinen Kopf. Er war da. Es war geschafft und er war da. Und er war so süß. Joonas, der die ganze Zeit meine Hand gehalten hatte und mir immer wieder sagte, wie sehr er mich bewundert für die Leistung, die ich da brachte, war am strahlen und schnitt dann die Nabelschnur durch (und vorher sagte er, er würde das NIIIEEE tun, weil er kein Blut sehen kann). Dann wurde mir der Kleine noch einmal ganz gezeigt und dann ging es zum Baden, während ich noch die Plazenta rausbefördern musste ;) Die Hebamme war ganz erstaunt, als ich fragte, ob ich die Plazenta angucken könnte. Sah ganz interessant aus. Wir hatten uns schon vor Monaten drauf geeinigt, dass wir das Blut der Nabelschnur spenden wollten.
Während der stolze Papa seinen Sohn wickelte und die Hebamme ihn anzog und einwickelte, wurde das Bett mal eben umgebaut und als Joonas mit Jonne auf dem Schaukelstuhl saß, völlig vertief und verliebt in den Kleinen, wurde ich genäht. Alle Kabel wurden entfernt, außer der Zugang am Handgelenk, und wir bekamen Frühstück, von der nächsten Hebamme (Schichtwechsel), gebracht. Es war sehr komisch das erste Mal wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Beine fühlten sich an wie Pudding, mein Bauch war plötzlich leer und ich merkte wie hungrig ich war. Seit fast 24 Stunden nichts gegessen und ein Baby zur Welt gebracht. Hunger!
Duschen wollte ich allerdings nicht, ich ging nur auf Toilette und als ich wiederkam war Jonne weg. Es war der Verdacht aufgekommen er habe Fruchtwasser geschluckt und wurde untersucht. Allerdings war er kurze Zeit später wieder bei uns und bekam in den drei APGAR Tests je 9 Punkte.
Wir sammelten unsere Sachen ein, während ich an alle Freunde und Bekannte die SMS verschickte, dass unser Sohn zur Welt gekommen ist. Meine Eltern und Joonas Eltern hatten wir direkt angerufen, nachdem ich genäht war.
Die Hebamme holte einen Rollstuhl, dieses schicke Schwimmreifenkissen und es ging auf die Neugeborenenstation. Ich platzte beinahe vor Stolz und hätte unterwegs jedem am liebsten zugerufen "HEI! Schaut her, ich habe gerade diesen süßen Jungen zur Welt gebracht!" Allerdings konnte doch jeder eins und eins zusammen zählen und wusste das.
Auf Station fiel dann auf, dass ich ja vorher auf Station 11 war und jetzt auf 13. Also wurde der Gatte beordert meine Sachen zu holen, während die Hebamme der Station (oder eher für zwei Zimmer, je eine Hebamme betreut 4 Mütter) Jonne umzog, um in sein Bettchen zu legen.
Ich legte mich auf mein Bett und Joonas und ich starrten unseren Sohn, auf den wir so lange gewartet hatten, einfach nur an. Er verabschiedete sich ein paar Minuten danach allerdings, da er auch K.O. war und es war keine Besuchszeit. Doch er versprach natürlich, dass er um 17h wieder da sein würde.
So verließ er Jonne und mich und ich wurde mit einem Mal davon getroffen, dass ich jetzt Mutter war. Der einfache Teil, die Schwangerschaft, war vorbei. Jetzt war er da.
Ich bekam ein paar Stunden später einen wunderschönen Blumenstrauß von meinen Schwiegereltern und ein wenig später noch einen von der zweiten Urgroßoma und deren Familie. Das sah so wunderschön aus auf meinem Nachttisch.
Die Hormone ließen mich allerdings nicht schlafen, nur dösen und so machte ich das erste Foto von Jonne (ohne Joonas und mich, davon machten wir ein paar im Kreißsaal) und lud es hoch. Das Krankenhaus hat kostenlos WiFi für Patienten ;)
Die SMS kamen im Minutentakt und die ganzen Glückwünsche erfreuten mich noch mehr.
Das erste Mal angelegt hatte ich Jonne auch im Kreißsaal. Die Hebamme fiel fast um, als sie sah wie toll das geklappt hatte und wie zügig Jonne trank. Das ich fast drei Minuten wie doof versucht hatte eine Position zu finden, die gut war, wusste sie zum Glück nicht.
Das Wickeln und Stillen klappte wunderbar auf Station und ich fand zwischendrin Zeit zum Duschen, während Jonne schlummerte und die Hebamme aufpasste.
In der Nacht wollte ich Jonne partout nicht ins Schwesternzimmer geben, aber anders hätte ich keinen Schlaf gefunden. Und so ging er um 1h nachts zu den Hebammen und ich konnte ein bisschen schlafen.
Gott, ist der Text lang geworden :D
Die Einleitung.
Wir waren am 02.04.2010 um genau 8Uhr auf Station 11. Es wurde gerade Frühstück serviert und es dauerte, bis eine der Hebammen auf uns zukam. Sie besprach mit uns, wie alles ablaufen würde und Joonas nahm den Bus nach Hause, da es ja keine Besuchszeit war.
Ich wurde aufs Zimmer gebracht (dieses mal mit nur zwei Betten und noch keiner Bettnachbarin), konnte meine Sachen auspacken und mich umziehen. Diese hässlichen Krankenhausklamotten werde ich nie vergessen ...
Nachdem man mir die Station gezeigt hatte (ich war zwar Mitte März dort schon für eine Nacht, aber da hatte man mir nichts gezeigt), wurde ein CTG geschrieben. Danach bekam ich die erste Tablette Oxycotin. Eine halbe Stunde danach ein weiteres CTG. Ich konnte frei herumlaufen und tat dies direkt vor der Geburtsstation, da es dort am ruhigsten war. Ich hörte Musik, ging bestimmt fast zwei Kilometer hin und her und ging dann zurück auf die Station, da es Zeit für das nächste CTG war. Ich hatte keine Wehen gehabt bisher. Also bekam ich die zweite Tablette. Und es tat sich was. Ich spürte ganz leichte Wehen und auch das CTG 30 Minuten später zeichnete sie auf. Oh, es gab mir Hoffnung. Als Joonas dann zur Besuchszeit kam, gingen wir sofort wieder durchs Krankenhaus. Treppen hoch, Treppen runter, nach draußen, durch die leeren Gänge, überallhin. Ein paar Mal musste ich anhalten, weil ich eine Wehe hatte. Ich hatte wirklich Hoffnung, aber als Joonas wieder weg war und ich auf Station, war es Zeit für CTG Nummer fünf an diesem Tag. Die Wehen waren noch aufgezeichnet und die Hebamme entschied sich mir KEINE dritte Tablette zu geben.
Ich weiß heute, dass die Tablette die Wehen in Gang gebracht hätte, aber ich weiß auch, dass ich noch nicht bereit war loszulassen. Ich war mental nicht drauf vorbereitet und obwohl ich mich tierisch am Telefon mit meiner Mutter und Miri aufregte, bin ich jetzt dankbar, dass es so gekommen ist.
Die Nacht über schlief ich tief und fest, da ich von der Krankenschwester eine Schlaftablette bekommen hatte. Am Morgen wurde ich von einer Krankenschwester geweckt, die den Blutdruck überprüfte und mir sagte, dass bald wieder CTG geschrieben wird. Ich nutzte die Zeit für eine Dusche und dann hieß es warten. Im Fernsehen lief absolut nichts, daher las ich dann Spiegel. Als das CTG endlich geschrieben wurde, schlief ich fast dabei wieder ein. Gegen elf hieß es dann, dass ich bald die Ärztin sehen würde, damit wir beratschlagen konnten, wie es mit der Einleitung weitergehen würde.
Da es nun Samstag war, war bereits um 13 Uhr Besuchszeit. Ich hatte noch immer keinen Arzt gesehen und wollte gerade zu Joonas, der vor der Station wartete, als die Hebamme mich aufhielt und sagte, dass ich in 10 Minuten zur Ärztin kann. Ich sagte Joonas Bescheid und wartete dann.
Die Ärztin sagte mir, dass ich nach Hause könnte und wir warten, bis die Wehen natürlich kamen, aber ich sagte ziemlich bestimmt, dass ich das Krankenhaus nicht ohne Baby verlassen würde! Anscheinend wollte sie so etwas hören, da sie mich wieder untersuchte und sagte, dass ich zwar noch bei 2,5cm war, aber sie die Fruchtblase öffnen will, da dies vielleicht die Wehen auslösen kann.
Ich war erleichtert und holte Joonas auf die Station, wo ich es ihm sagte und dann rief ich direkt meine Eltern an. Meine Mutter wünschte mir viel Glück, genau wie mein Papa.
Irgendeine Hebamme sagte mir dann, dass sie mich bald holen würde für die Vorbereitung (Umziehen, Einlauf) und dann ging es, sobald ein Bett frei war, in den Kreißsaal.
Ich wurde aufs Zimmer gebracht (dieses mal mit nur zwei Betten und noch keiner Bettnachbarin), konnte meine Sachen auspacken und mich umziehen. Diese hässlichen Krankenhausklamotten werde ich nie vergessen ...
Nachdem man mir die Station gezeigt hatte (ich war zwar Mitte März dort schon für eine Nacht, aber da hatte man mir nichts gezeigt), wurde ein CTG geschrieben. Danach bekam ich die erste Tablette Oxycotin. Eine halbe Stunde danach ein weiteres CTG. Ich konnte frei herumlaufen und tat dies direkt vor der Geburtsstation, da es dort am ruhigsten war. Ich hörte Musik, ging bestimmt fast zwei Kilometer hin und her und ging dann zurück auf die Station, da es Zeit für das nächste CTG war. Ich hatte keine Wehen gehabt bisher. Also bekam ich die zweite Tablette. Und es tat sich was. Ich spürte ganz leichte Wehen und auch das CTG 30 Minuten später zeichnete sie auf. Oh, es gab mir Hoffnung. Als Joonas dann zur Besuchszeit kam, gingen wir sofort wieder durchs Krankenhaus. Treppen hoch, Treppen runter, nach draußen, durch die leeren Gänge, überallhin. Ein paar Mal musste ich anhalten, weil ich eine Wehe hatte. Ich hatte wirklich Hoffnung, aber als Joonas wieder weg war und ich auf Station, war es Zeit für CTG Nummer fünf an diesem Tag. Die Wehen waren noch aufgezeichnet und die Hebamme entschied sich mir KEINE dritte Tablette zu geben.
Ich weiß heute, dass die Tablette die Wehen in Gang gebracht hätte, aber ich weiß auch, dass ich noch nicht bereit war loszulassen. Ich war mental nicht drauf vorbereitet und obwohl ich mich tierisch am Telefon mit meiner Mutter und Miri aufregte, bin ich jetzt dankbar, dass es so gekommen ist.
Die Nacht über schlief ich tief und fest, da ich von der Krankenschwester eine Schlaftablette bekommen hatte. Am Morgen wurde ich von einer Krankenschwester geweckt, die den Blutdruck überprüfte und mir sagte, dass bald wieder CTG geschrieben wird. Ich nutzte die Zeit für eine Dusche und dann hieß es warten. Im Fernsehen lief absolut nichts, daher las ich dann Spiegel. Als das CTG endlich geschrieben wurde, schlief ich fast dabei wieder ein. Gegen elf hieß es dann, dass ich bald die Ärztin sehen würde, damit wir beratschlagen konnten, wie es mit der Einleitung weitergehen würde.
Da es nun Samstag war, war bereits um 13 Uhr Besuchszeit. Ich hatte noch immer keinen Arzt gesehen und wollte gerade zu Joonas, der vor der Station wartete, als die Hebamme mich aufhielt und sagte, dass ich in 10 Minuten zur Ärztin kann. Ich sagte Joonas Bescheid und wartete dann.
Die Ärztin sagte mir, dass ich nach Hause könnte und wir warten, bis die Wehen natürlich kamen, aber ich sagte ziemlich bestimmt, dass ich das Krankenhaus nicht ohne Baby verlassen würde! Anscheinend wollte sie so etwas hören, da sie mich wieder untersuchte und sagte, dass ich zwar noch bei 2,5cm war, aber sie die Fruchtblase öffnen will, da dies vielleicht die Wehen auslösen kann.
Ich war erleichtert und holte Joonas auf die Station, wo ich es ihm sagte und dann rief ich direkt meine Eltern an. Meine Mutter wünschte mir viel Glück, genau wie mein Papa.
Irgendeine Hebamme sagte mir dann, dass sie mich bald holen würde für die Vorbereitung (Umziehen, Einlauf) und dann ging es, sobald ein Bett frei war, in den Kreißsaal.
Kein Aprilscherz.
Am 29.03.2010 hatte ich den ersten Termin in der Frauenpolikilinik im Krankenhaus in Oulu. Erneut wurde ein Ultraschall gemacht, alles war in Ordnung mit dem Kleinen und ich war mittlerweile schon bei 1,5cm. Es tat sich also was. Die Hebamme entschied sich diesen "sweep" zu machen (keine Ahnung, was das auf Deutsch ist), wo sie versucht Wehen anzuregen. Das tat wirklich weh.
Wir sprachen danach über eine Einleitung der Geburt, da ich die Wochen vorher schon kaum geschlafen hatte, manche Nächte vielleicht nur eine halbe Stunde und wirklich fertig war. Doch die Station war zu voll und wir wollten lieber noch ein paar Tage warten, vielleicht wollte Jonne ja vorher raus ;)
Am 01.04.2010 hatte ich den nächsten Termin. Beim letzten Mal bekam ich Schlaftabletten, um wenigstens eine Nacht komplett zu schlafen, aber die halfen kein Stück. Ich brauchte eine Stunde, um überhaupt einzuschlafen und dann wachte ich nach drei Stunden wieder auf. Danach gab es keinen Schlaf mehr. (Wobei ich an einem Tag eine komplette Flasche Tonic Water trank und plötzlich 14 Stunden am Stück schlief.)
Also stand ich am ersten April wieder in der Klinik, CTG wurde geschrieben, es wurde ein Ultraschall gemacht und freudig berichtet, dass ich 2,5cm auf war!
Ich hatte nämlich nach dem letzten Termin Wehen gehabt, die auch regelmäßig kamen, aber dann abflauten. Aber anscheinend hatten sie geholfen. :)
Wir sprachen erneut die Einleitung an und ich sagte der Hebamme, dass ich es mir wünschen würde, da ich unmöglich Kraft genug sammeln würde für die Geburt und die Zeit danach.
Also sprach sie mit der Oberhebamme der Station und ... es wurde der Einleitung zugestimmt. Am 02.04.2010, also einen Tag später, sollte ich um 8 Uhr morgens auf die Station kommen.
Auf der Rückfahrt im Taxi lernte ich eine supernette Taxifahrerin kennen, die mich direkt löcherte, wann das Baby kommen würde und ob ich wüsste, was es ist. Sie erzählte mir dann von ihren fünf Kindern, wobei sie die Zwillinge natürlich zur Welt gebracht hatte! Sie wünschte mir viel Glück und zu Hause angekommen sagte ich direkt Joonas und meinen Eltern Bescheid.
Und dann guckte ich aus Scherz bei Finnair.com nach Flügen von Düsseldorf nach Oulu. Und fand einen Flug für 330€.
Meine Mutter fragte mich, ob ich sie wirklich hier haben wollte und ich stimmte die ganze Zeit zu. Ich wollte sie hier haben. Obwohl ich Joonas Familie hier als meine zweite Familie betrachte, ich wollte meine Mama hier haben. Wir hatten ja eigentlich gedacht, dass ich nach ein paar Tagen mit Jonne nach Hause kommen würde und für die Zeit wäre es toll gewesen jemand zu haben, der uns ein paar Sachen abnimmt und uns gleichzeitig wertvolle Tipps geben kann.
Also buchten wir ihren Flug für den 04.04.2010.
Den Abend über packte ich zwei Mal meine Kliniktasche neu, suchte Bücher heraus zum Lesen und machte die letzten Sachen in Jonnes Zimmer fertig. Als wir schlafen gingen, kletterte ich zu Joonas ins Bett und mir kamen die Tränen, denn ich wusste, dass es bald vorbei war mit der Schwangerschaft. Ich freute mich drauf den Kleinen zu haben, aber ich fand es so toll den Kleinen in mir zu spüren, dass ich auch traurig über das Ende der Schwangerschaft war, trotz Schlafmangels.
Zum Glück war am nächsten Tag Karfreitag und Joonas musste nicht arbeiten.
Wir sprachen danach über eine Einleitung der Geburt, da ich die Wochen vorher schon kaum geschlafen hatte, manche Nächte vielleicht nur eine halbe Stunde und wirklich fertig war. Doch die Station war zu voll und wir wollten lieber noch ein paar Tage warten, vielleicht wollte Jonne ja vorher raus ;)
Am 01.04.2010 hatte ich den nächsten Termin. Beim letzten Mal bekam ich Schlaftabletten, um wenigstens eine Nacht komplett zu schlafen, aber die halfen kein Stück. Ich brauchte eine Stunde, um überhaupt einzuschlafen und dann wachte ich nach drei Stunden wieder auf. Danach gab es keinen Schlaf mehr. (Wobei ich an einem Tag eine komplette Flasche Tonic Water trank und plötzlich 14 Stunden am Stück schlief.)
Also stand ich am ersten April wieder in der Klinik, CTG wurde geschrieben, es wurde ein Ultraschall gemacht und freudig berichtet, dass ich 2,5cm auf war!
Ich hatte nämlich nach dem letzten Termin Wehen gehabt, die auch regelmäßig kamen, aber dann abflauten. Aber anscheinend hatten sie geholfen. :)
Wir sprachen erneut die Einleitung an und ich sagte der Hebamme, dass ich es mir wünschen würde, da ich unmöglich Kraft genug sammeln würde für die Geburt und die Zeit danach.
Also sprach sie mit der Oberhebamme der Station und ... es wurde der Einleitung zugestimmt. Am 02.04.2010, also einen Tag später, sollte ich um 8 Uhr morgens auf die Station kommen.
Auf der Rückfahrt im Taxi lernte ich eine supernette Taxifahrerin kennen, die mich direkt löcherte, wann das Baby kommen würde und ob ich wüsste, was es ist. Sie erzählte mir dann von ihren fünf Kindern, wobei sie die Zwillinge natürlich zur Welt gebracht hatte! Sie wünschte mir viel Glück und zu Hause angekommen sagte ich direkt Joonas und meinen Eltern Bescheid.
Und dann guckte ich aus Scherz bei Finnair.com nach Flügen von Düsseldorf nach Oulu. Und fand einen Flug für 330€.
Meine Mutter fragte mich, ob ich sie wirklich hier haben wollte und ich stimmte die ganze Zeit zu. Ich wollte sie hier haben. Obwohl ich Joonas Familie hier als meine zweite Familie betrachte, ich wollte meine Mama hier haben. Wir hatten ja eigentlich gedacht, dass ich nach ein paar Tagen mit Jonne nach Hause kommen würde und für die Zeit wäre es toll gewesen jemand zu haben, der uns ein paar Sachen abnimmt und uns gleichzeitig wertvolle Tipps geben kann.
Also buchten wir ihren Flug für den 04.04.2010.
Den Abend über packte ich zwei Mal meine Kliniktasche neu, suchte Bücher heraus zum Lesen und machte die letzten Sachen in Jonnes Zimmer fertig. Als wir schlafen gingen, kletterte ich zu Joonas ins Bett und mir kamen die Tränen, denn ich wusste, dass es bald vorbei war mit der Schwangerschaft. Ich freute mich drauf den Kleinen zu haben, aber ich fand es so toll den Kleinen in mir zu spüren, dass ich auch traurig über das Ende der Schwangerschaft war, trotz Schlafmangels.
Zum Glück war am nächsten Tag Karfreitag und Joonas musste nicht arbeiten.
150 zu 90
Da mein Vater Bluthochdruck hat und mein Blutdruck teilweise zu hoch war beim Neuvola, kauften wir uns ein Blutdruckmessgerät via huuto.net. Ich maß jeden Morgen und Abend meinen Blutdruck und er war immer richtig gut. Bis er plötzlich am 21.03.2010 anstieg. Ich maß in regelmäßigen Abständen und mit einem Mal war er bei 150 zu 90. Ich war wirklich panisch, weil es kein gutes Zeichen ist. Und als ich dann noch leicht blutete, war es ganz aus. Wir riefen Schwiegerpapa an, damit er uns ins Krankenhaus fuhr. Ich wollte wirklich nichts riskieren.
Wir wurden direkt drangenommen und ich wurde am CTG angeschlossen. Der Kleine war faul und meldete sich kein einziges Mal. Danach warteten wir über eine Stunde auf die Untersuchung. Mein Blutdruck war allerdings plötzlich wieder gut.
Ich wurde vaginal untersucht und wir fanden heraus, dass der Muttermund bereits einen Zentimeter auf war. Nach dem Ultraschall, wo festgestellt wurde, dass Jonne fest im Becken sitzt, hieß es, dass alles okay war. Als die Ärztin allerdings hörte, dass ich seit einigen Tagen konstant Kopfschmerzen hatte, wollte sie mich lieber für eine Nacht da behalten, um wirklich sicher zu gehen, dass alles okay ist.
Also ging ich auf Station, ins 3-Bett-Zimmer. Meine Bettnachbarinnen hatten vorzeitige Wehen, die gestoppt werden mussten und die andere war wegen Schwangerschaftsvergiftung dort. Ich war so gelangweilt dort, dass ich bereits um 19Uhr einschlief. Gegen halb neun wurde allerdings noch ein CTG geschrieben und erst danach konnte ich weiterpennen. Und um halb sechs war ich dann bereits wach.
Ich wurde gegen elf zur Ärztin gebracht, die mich wieder untersuchte und sagte, dass alles okay sei (auch die Bluttests brachten gute Ergebnisse) und, dass ich nach Hause könne. Sie wollte allerdings, dass ich weiterhin ins Krankenhaus komme für Kontrollen. Sie gab mir einen Termin in der Poliklinik für den 29.03.2010.
Ich nahm ein Taxi nach Hause und zu Hause legte ich mich direkt in mein Bett mit einem Buch. Nach einer Nacht im Krankenhausbett war das der pure Himmel :)
Wir wurden direkt drangenommen und ich wurde am CTG angeschlossen. Der Kleine war faul und meldete sich kein einziges Mal. Danach warteten wir über eine Stunde auf die Untersuchung. Mein Blutdruck war allerdings plötzlich wieder gut.
Ich wurde vaginal untersucht und wir fanden heraus, dass der Muttermund bereits einen Zentimeter auf war. Nach dem Ultraschall, wo festgestellt wurde, dass Jonne fest im Becken sitzt, hieß es, dass alles okay war. Als die Ärztin allerdings hörte, dass ich seit einigen Tagen konstant Kopfschmerzen hatte, wollte sie mich lieber für eine Nacht da behalten, um wirklich sicher zu gehen, dass alles okay ist.
Also ging ich auf Station, ins 3-Bett-Zimmer. Meine Bettnachbarinnen hatten vorzeitige Wehen, die gestoppt werden mussten und die andere war wegen Schwangerschaftsvergiftung dort. Ich war so gelangweilt dort, dass ich bereits um 19Uhr einschlief. Gegen halb neun wurde allerdings noch ein CTG geschrieben und erst danach konnte ich weiterpennen. Und um halb sechs war ich dann bereits wach.
Ich wurde gegen elf zur Ärztin gebracht, die mich wieder untersuchte und sagte, dass alles okay sei (auch die Bluttests brachten gute Ergebnisse) und, dass ich nach Hause könne. Sie wollte allerdings, dass ich weiterhin ins Krankenhaus komme für Kontrollen. Sie gab mir einen Termin in der Poliklinik für den 29.03.2010.
Ich nahm ein Taxi nach Hause und zu Hause legte ich mich direkt in mein Bett mit einem Buch. Nach einer Nacht im Krankenhausbett war das der pure Himmel :)
Das dritte Trimester.
Der Bauch wuchs und wuchs, es war immer mühsamer zu gehen und der Nestbauinstinkt war so stark wie nie zuvor. So lässt sich das Trimester einfach zusammenfassen.
Wir zogen Ende Februar in die neue Wohnung, ich baute das Babybett auf, während Herr Gatte, Schwiegerpapa und zwei Freunde halfen die Kisten und Möbel zu schleppen. Wir schliefen noch einen Tag in der alten Wohnung und am nächsten Tag holten wir den Rest und die Betten. Meine Schwiegermama und Schwieger...schwester halfen beim Putzen der Wohnung, da bereits zum 01.03.2010 der Nachmieter einzog. Ich fühlte mich wirklich schlecht, weil ich andere putzen ließ. Aber in meinem Zustand hätte ich das nicht hinbekommen.
So verbrachte ich den Tag des Putzens in der neuen Wohnung und räumte Kartons aus. Gegen Abend kam Joonas nach Hause, wir machten uns etwas zu Essen und schauten auf meinem Laptop einen Film.
Da wir beschlossen hatten, dass ich bei Jonne im Zimmer schlafe, damit Joonas genug Schlaf für die Arbeit kriegt
Wir zogen Ende Februar in die neue Wohnung, ich baute das Babybett auf, während Herr Gatte, Schwiegerpapa und zwei Freunde halfen die Kisten und Möbel zu schleppen. Wir schliefen noch einen Tag in der alten Wohnung und am nächsten Tag holten wir den Rest und die Betten. Meine Schwiegermama und Schwieger...schwester halfen beim Putzen der Wohnung, da bereits zum 01.03.2010 der Nachmieter einzog. Ich fühlte mich wirklich schlecht, weil ich andere putzen ließ. Aber in meinem Zustand hätte ich das nicht hinbekommen.
So verbrachte ich den Tag des Putzens in der neuen Wohnung und räumte Kartons aus. Gegen Abend kam Joonas nach Hause, wir machten uns etwas zu Essen und schauten auf meinem Laptop einen Film.
Da wir beschlossen hatten, dass ich bei Jonne im Zimmer schlafe, damit Joonas genug Schlaf für die Arbeit kriegt
Wir wissen, was es wird.
Ich hatte bis zum 29.12.2009 das Gefühl gehabt, es würde ein Mädchen werden. Joonas war sich bereits ganz sicher, dass es ein Junge wird. Kein Problem, wir hatten bereits für beide Geschlechter Namen ausgesucht.
Ein Mädchen wäre "Ella Maila" geworden.
Ein Junge "Jonne Pentti Tuomas". Eigentlich wollten wir "Joonas" als zweiten Namen benutzen, da es in der Familie meines Mannes so Tradition ist, aber "Jonne Joonas" fanden wir unschick.
Und da lag ich nun, beim privaten Ultraschall und wir waren ganz heiß darauf zu erfahren, was es nun ist. Manche sagten uns zwar, dass es schade ist, dass wir das Geschlecht rausfinden wollen, weil es die Überraschung verdirbt, aber wir haben uns drauf geeinigt: Wir wollen es wissen!
"Und da ist der Hodensack!", sagt die private Hebamme plötzlich auf Finnisch und zeigt auf den Bildschirm. "Und da der Penis." Es ist ein Junge. Das muss sich erstmal setzen. Joonas sagte direkt "Wusste ich es doch!" Und ich verabschiede mich schnell von rosa Kleidchen und süßen Haarspangen. Aber ich bin nicht enttäusch. Mein Gefühl war zwar falsch, aber er ist kerngesund! Keine Fehlbildungen, kein offener Rücken, meine Plazenta ist dort, wo sie hingehört und unser kleiner Sohn nuckelt tüchtig am Daumen.
Nach dem Termin gingen wir in einen Babyladen im Zentrum, wo wir ein Geschenkset - mit Flasche, Schnullern, Zinkcreme und süßer Tasche - kauften. In blau.
Kurz darauf waren wir zum Essen eingeladen bei den Schwiegereltern. Wir konnten es nicht mehr für uns behalten und sagten ihnen direkt, dass es ein kleiner Junger wird! Sie gratulierten uns und sofort sagte Schwiegerpapa, dass er mit dem Kleinen fischen gehen wird!
Als wir wieder zu Hause waren, telefonierte ich mit meinen Eltern und schickte ihnen ein Bild von dem Geschenkset. Als sie mich fragten, was das ist, sagte ich nur "Schaut doch mal auf die Farbe!" Und da war ihnen klar, dass wir einen Jungen kriegen. Ab dem Zeitpunkt kaufte meine Mutter viele blaue Sachen von Babybasaren in Deutschland :)
Allerdings hatten Joonas und ich uns entschieden, dass wir nur der engsten Familie (und Patentante und Patenonkel von Jonne) sagen würden, was es wird. Und daran hielten wir uns bis Jonne schließlich auf der Welt war. :)
Ein Mädchen wäre "Ella Maila" geworden.
Ein Junge "Jonne Pentti Tuomas". Eigentlich wollten wir "Joonas" als zweiten Namen benutzen, da es in der Familie meines Mannes so Tradition ist, aber "Jonne Joonas" fanden wir unschick.
Und da lag ich nun, beim privaten Ultraschall und wir waren ganz heiß darauf zu erfahren, was es nun ist. Manche sagten uns zwar, dass es schade ist, dass wir das Geschlecht rausfinden wollen, weil es die Überraschung verdirbt, aber wir haben uns drauf geeinigt: Wir wollen es wissen!
"Und da ist der Hodensack!", sagt die private Hebamme plötzlich auf Finnisch und zeigt auf den Bildschirm. "Und da der Penis." Es ist ein Junge. Das muss sich erstmal setzen. Joonas sagte direkt "Wusste ich es doch!" Und ich verabschiede mich schnell von rosa Kleidchen und süßen Haarspangen. Aber ich bin nicht enttäusch. Mein Gefühl war zwar falsch, aber er ist kerngesund! Keine Fehlbildungen, kein offener Rücken, meine Plazenta ist dort, wo sie hingehört und unser kleiner Sohn nuckelt tüchtig am Daumen.
Nach dem Termin gingen wir in einen Babyladen im Zentrum, wo wir ein Geschenkset - mit Flasche, Schnullern, Zinkcreme und süßer Tasche - kauften. In blau.
Kurz darauf waren wir zum Essen eingeladen bei den Schwiegereltern. Wir konnten es nicht mehr für uns behalten und sagten ihnen direkt, dass es ein kleiner Junger wird! Sie gratulierten uns und sofort sagte Schwiegerpapa, dass er mit dem Kleinen fischen gehen wird!
| Das Geschenkset :) |
Als wir wieder zu Hause waren, telefonierte ich mit meinen Eltern und schickte ihnen ein Bild von dem Geschenkset. Als sie mich fragten, was das ist, sagte ich nur "Schaut doch mal auf die Farbe!" Und da war ihnen klar, dass wir einen Jungen kriegen. Ab dem Zeitpunkt kaufte meine Mutter viele blaue Sachen von Babybasaren in Deutschland :)
Allerdings hatten Joonas und ich uns entschieden, dass wir nur der engsten Familie (und Patentante und Patenonkel von Jonne) sagen würden, was es wird. Und daran hielten wir uns bis Jonne schließlich auf der Welt war. :)
Ultraschall Nummer zwei.
Da wir von der KELA nur einen Ultraschall bezahlt kriegten, wir aber unbedingt herausfinden wollen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, entschieden wir uns einen privaten Ultraschall machen zu lassen, quasi als Weihnachtsgeschenk.
Es war wunderbar! Wir konnten 40 Minuten in Ruhe unseren Schatz anschauen. Die private Hebamme checkte alles genau und das Baby war kerngesund! Und wir fanden das Geschlecht heraus ... siehe nächster Post :)

Es war wunderbar! Wir konnten 40 Minuten in Ruhe unseren Schatz anschauen. Die private Hebamme checkte alles genau und das Baby war kerngesund! Und wir fanden das Geschlecht heraus ... siehe nächster Post :)
Das erste Trimester.
Da waren sie also. Die zwei Striche, die zeigten, dass ein neues Leben in mir wuchs. Mittlerweile hatte ich Test Nummer drei gemacht. Wieder positiv. Ein tolles Gefühl.
Meine Morgenübelkeit hielt sich in Grenzen. Nach dem Aufwachen musste ich für einige Zeit liegen bleiben, aber dann ging es besser.
Während wir uns also mit dem Gedanken vertraut machten, dass wir im Frühling 2010 zu dritt sein würden (den Gedanken, dass etwas schief gehen könnte, ließ ich für keine Sekunde zu), waren wir damit beschäftigt unsere Hochzeit zu organisieren. Diverse Unterlagen aus Deutschland wurden angefordert, bis wir zum Maistraatti gehen konnten, um uns zu registrieren.
Es muss dazu erklärt werden, dass weder für Joonas, noch für mich, die Ehe eine wirklich große Bedeutung hat. Wir taten dies, damit unser Baby abgesichert ist. Und natürlich, weil wir uns lieben und uns sicher sind, dass es nicht in die Brüche gehen wird. Wir haben uns vor unserer Beziehung sehr lange - als Freunde eben - unterhalten und beschnüffelt. Die Seelenverwandtschaft war da.
Der Termin wurde auf den 11.09.2009 gelegt, um 12h mittags.
Meine Mutter, mit der ich wieder sprach und mehr als glücklich darüber war, hatte mir zwei Kleider geschickt. Ihr eigenes Hochzeitskleid von 1981 (japp, meine Eltern sind dieses Jahr 30 Jahre verheiratet :)) und ein anderes. Da ich auch in Jeans geheiratet hätte, wollte ich kein Geld in ein Kleid stecken. Tut mir leid, aber so bin ich einfach. Das Kleid passte dennoch gut. Nur die Oberweite, welche in den ersten zwei Monaten bereits explodiert war, war etwas knapp. Und BHs in der neuen Größe hatte ich keine. Hilfe.
Dennoch ging am 11.09.2009 alles gut. Wir gaben uns auf Finnisch das Ja-Wort und waren um 12.15h offiziell Mann und Frau. :) Danach gingen wir zum Chinesen, wo es für mich als Vegetarierin (seit 13 Jahren nun) fast nichts gab. War aber auch kein Problem, ich konnte fast nichts essen. Ich hatte das Gefühl mein Magen sei um einiges geschrumpft. Nach ein paar Nudeln war ich wirklich satt.
Wir hatten einen wundervollen Hochzeitstag und kurz darauf fanden wir bereits eine Wohnung und zogen in unsere erste gemeinsame Wohnung in Oulu. Zwei Zimmer, Küche, Bad. Wir hatten direkt den Plan im März 2010 in eine Wohnung mit drei Zimmern zu ziehen, wegen dem Kinderzimmer.
Meine Morgenübelkeit hielt sich in Grenzen. Nach dem Aufwachen musste ich für einige Zeit liegen bleiben, aber dann ging es besser.
Während wir uns also mit dem Gedanken vertraut machten, dass wir im Frühling 2010 zu dritt sein würden (den Gedanken, dass etwas schief gehen könnte, ließ ich für keine Sekunde zu), waren wir damit beschäftigt unsere Hochzeit zu organisieren. Diverse Unterlagen aus Deutschland wurden angefordert, bis wir zum Maistraatti gehen konnten, um uns zu registrieren.
Es muss dazu erklärt werden, dass weder für Joonas, noch für mich, die Ehe eine wirklich große Bedeutung hat. Wir taten dies, damit unser Baby abgesichert ist. Und natürlich, weil wir uns lieben und uns sicher sind, dass es nicht in die Brüche gehen wird. Wir haben uns vor unserer Beziehung sehr lange - als Freunde eben - unterhalten und beschnüffelt. Die Seelenverwandtschaft war da.
Der Termin wurde auf den 11.09.2009 gelegt, um 12h mittags.
Meine Mutter, mit der ich wieder sprach und mehr als glücklich darüber war, hatte mir zwei Kleider geschickt. Ihr eigenes Hochzeitskleid von 1981 (japp, meine Eltern sind dieses Jahr 30 Jahre verheiratet :)) und ein anderes. Da ich auch in Jeans geheiratet hätte, wollte ich kein Geld in ein Kleid stecken. Tut mir leid, aber so bin ich einfach. Das Kleid passte dennoch gut. Nur die Oberweite, welche in den ersten zwei Monaten bereits explodiert war, war etwas knapp. Und BHs in der neuen Größe hatte ich keine. Hilfe.
Dennoch ging am 11.09.2009 alles gut. Wir gaben uns auf Finnisch das Ja-Wort und waren um 12.15h offiziell Mann und Frau. :) Danach gingen wir zum Chinesen, wo es für mich als Vegetarierin (seit 13 Jahren nun) fast nichts gab. War aber auch kein Problem, ich konnte fast nichts essen. Ich hatte das Gefühl mein Magen sei um einiges geschrumpft. Nach ein paar Nudeln war ich wirklich satt.
Wir hatten einen wundervollen Hochzeitstag und kurz darauf fanden wir bereits eine Wohnung und zogen in unsere erste gemeinsame Wohnung in Oulu. Zwei Zimmer, Küche, Bad. Wir hatten direkt den Plan im März 2010 in eine Wohnung mit drei Zimmern zu ziehen, wegen dem Kinderzimmer.
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